Bärlauch: Verwechslungsgefahr

  

Der Bärlauch kann mit mehreren anderen Pflanzen verwechselt werden.

Unglücklicherweise sind die meisten dieser Verwechslungspflanzen giftig und sie wachsen an ähnlichen Stellen und sogar weitgehend zur gleichen Zeit.

Bärlauch links - Maiglöckchen rechts
links: Bärlauch-Blatt,
rechts: Maiglöckchen-Pflanze

Die Verwechslungsgefahr ist gross mit:

  • Maiglöckchen
  • Herbstzeitlosen

Die Verwechslungsgefahr ist geringer mit:

  • Aronstab
  • Weisswurz

Knoblauch-Duft

Das beste Unterscheidungsmerkmal zwischen Bärlauch und all den anderen Pflanzen ist der typische knoblauchartige Geruch des Bärlauchs.

Aber wenn die Finger erstmal durch echte Bärlauch-Blätter nach Bärlauch duften, dann kann man nicht mehr sicher feststellen, ob man den Geruch der Blätter oder den der Finger wahrnimmt.

Unterschiede in Kürze

Hier eine Übersichts-Tabelle der Unterschiede zwischen Bärlauch, Maiglöckchen und Herbstzeitlose.

Eigenschaft Bärlauch Maiglöckchen Herbstzeitlose
Geruch Nach Knoblauch Kein Knoblauchgeruch Kein Knoblauchgeruch
Blätter Einzeln am Stengel. In Gruppen dicht beinander. In Zweiergruppen am gleichen Stiel. Dem gleichen Stiel entspringend
Blätter Direkt aus dem Stengel wachsend Stengel umfassend Stengel umfassend
Blüte Sammelblüte wächst in Hülle nach oben Mehrere kleine Blüten hängen vom Blütenstengel Blüten erst im Herbst. Ansätze dazu in der Mitte des Stengels

Hier eine Übersicht der Unterschiede zwischen Bärlauch, Maiglöckchen und Herbstzeitlose.

Bärlauch

  • Nach Knoblauch
  • Einzeln am Stengel. In Gruppen dicht beinander.
  • Direkt aus dem Stengel wachsend
  • Sammelblüte wächst in Hülle nach oben

Maiglöckchen

  • Kein Knoblauchgeruch
  • In Zweiergruppen am gleichen Stiel.
  • Stengel umfassend
  • Mehrere kleine Blüten hängen vom Blütenstengel

Herbstzeitlose

  • Kein Knoblauchgeruch
  • Dem gleichen Stiel entspringend
  • Stengel umfassend
  • Blüten erst im Herbst. Ansätze dazu in der Mitte des Stengels
Die verschiedenen Pflanzen, bei denen Verwechslungsgefahr besteht, werden nachfolgend kurz vorgestellt.

Maiglöckchen

Maiglöckchen
Maiglöckchen
Maiglöckchen-Blätter spriessen etwas später als die ersten Bärlauch-Blätter. Der Hauptwachstumsschub der Bärlauchblätter liegt jedoch zeitgleich mit dem Spriessen der Maiglöckchen-Blätter.

Ausserdem wachsen Maiglöckchen manchmal an genau den gleichen Stellen wie der Bärlauch, häufig sogar mitten zwischen Bärlauch-Pflanzen.

Die Blätter des Maiglöckchens sind ähnlich geformt wie die des Bärlauchs.

Der entscheidende Unterschied zu Bärlauch-Blättern ist, dass die Maiglöckchenblätter paarweise aus dem gleichen Stengel wachsen und diesen deutlich umfassen.

Die Blätter des Bärlauchs stehen alleine auf einem Stengel, wenn auch in Gruppen nahe zusammen.

Giftwirkung

Das Maiglöckchen hat eine Wirkung auf das Herz, die der des Fingerhutes ähnelt. Medizinisch gezielt angewendet, ist das Maiglöckchen sogar eine gute Heilpflanze.

Wenn man seine Blätter in grösseren Mengen isst, kann das Maiglöckchen jedoch zu Herzrhythmusstörungen und Übelkeit führen.

Siehe:

Herbstzeitlose

Herbstzeitlose
Herbstzeitlose
Die Herbstzeitlose wächst an den gleichen Standorten wie der Bärlauch und auch zur gleichen Zeit.

Die Blätter der Herbstzeitlose sind ähnlich geformt wie die des Bärlauchs.

Typisch bei den Blättern der Herbstzeitlose ist, dass sie zu mehreren aus einem Stengel wachsen.

Dabei wächst ein Blatt über dem anderen aus dem Stengel und alle umfassen diesen Stengel. Im Unterschied dazu stehen die Blätter des Bärlauchs alleine auf einem Stengel, wenn auch in Gruppen nahe zusammen.

In der Mitte des Stengels der Herbstzeitlose zwischen den Blättern sitzt ganz unten eine Kapsel, die die Samen enthält.

Giftwirkung

Achtung! Die Herbstzeitlose kann tödlich sein!

Schon ab 50 gr Herbstzeitlose-Blätter kann der Tod eintreten. Vorher und bei geringeren Dosen kommt es zu Übelkeit und Herzrhythmusstörungen.

Als Heilpflanze wird die Herbstzeitlose gegen akute Gichtanfälle verwendet, aber nur in kleinen Dosen, genau vom Arzt veordnet.

Siehe:

Aronstab

Aronstab
Aronstab
Der Aronstab wächst wie der Bärlauch in halbschattigen Laubwäldern auf humusreichen Böden.

Seine Blätter erscheinen auch im zeitigen Frühjahr.

Eigentlich unterscheidet sich die Form der Blätter ganz deutlich von der Form der Bärlauchblätter.

Die Aronstab-Blätter sind nämlich wie Pfeile geformt mit Widerhaken am Stielansatz.

Ganz junge Blätter haben jedoch noch keine Widerhaken und dann haben sie eine etwas ähnliche Form wie Bärlauchblätter.

Ihre Blattnerven sind jedoch unregelmässig geformt und nicht parallelnervig wie beim Bärlauch.

Giftwirkung

Die Giftigkeit der Aronstab-Blätter merkt man sofort, wenn man sie isst.

Sie verätzen nämlich die Mundschleimhaut auf sehr unangenehme Weise.

Siehe:

Vielblütige Weisswurz

Junge Vielblütige Weisswurz mitten unter Bärlauch-Pflanzen
Junge Vielblütige Weisswurz
mitten unter Bärlauch-Pflanzen
Die vielblütige Weisswurz wächst zu ähnlichen Zeiten und an ähnlichen Plätzen wie der Bärlauch.

Eigentlich kann man die Weisswurz und den Bärlauch gut unterscheiden, aber die einzelnen Blätter haben eine ähnliche Form wie die Blätter des Bärlauchs.

Im Eifer des Gefechts könnte es passieren, dass man aus Versehen ein paar Blätter der Weisswurz mitsammelt.

Das entscheidende Merkmal ist, dass die Blätter paarweise am Stengel wachsen.

Die weissen Blüten hängen dann vom Stengel herab wie kleine Glöckchen.

Giftwirkung

Ob man die Weisswurz überhaupt als giftig bezeichnen kann, ist nicht vollständig geklärt.

Wenn überhaupt, dann handelt es sich um eine milde Giftwirkung.

Die vielblütige Weisswurz und auch ihr naher Verwandter die wohlriechende Weisswurz (Salomonssiegel) haben eine leichte herzstärkende Wirkung, weshalb sie von der Volksheilunde früher als Heilpflanzen verwendet wurden.

Siehe: