Bärlauch: Sammeltipps

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Bärlauch sammeln

Der Bärlauch gehört zu den frühesten Pflanzen, die man im Jahreslauf sammeln kann.

Sammelzeit

Die Erntezeit des Bärlauchs geht von:

März bis April

Je nach Gegend und abhängig von der Ausdauer des Winters findet man schon Anfang März die ersten zarten Bärlauchblätter oder man muss bis Mitte oder Ende März warten.

Die Blätter der jungen Pflanzen schmecken besonders frisch und würzig.

Im Laufe des Aprils wachsen meistens die weissen Blüten heran.

Die Blätter von blühenden Pflanzen schmecken nicht mehr so gut wie die jungen Blätter. Ausserdem werden die Blätter allmählich unansehnlich und faserig.

Wenn man also zur Blütezeit Bärlauch sammeln will, sollte man nach Pflanzen Ausschau halten, die noch nicht angefangen haben zu blühen.

Die Blüten schmecken übrigens auch sehr würzig, auch wenn sie so unschuldig und lieblich aussehen.


Bärlauch-Stellen

Bärlauch Wald

Der Bärlauch wächst vor allem in halbschattigen Laubwäldern, besonders gerne in Auwäldern.

Der Boden muss feucht sein, locker und humusreich, dann fühlt der Bärlauch sich wohl.

Er liebt auch reichlich Kalk, mag aber keinen rein sandigen Boden.

In Süddeutschland und im Alpenraum kommt er häufiger vor als in Norddeutschland.

Wenn man diese Eckdaten kennt, weiss man eigentlich schon, wo man nach dem Bärlauch Ausschau halten muss.

Er wächst nicht überall, aber dort, wo er sich eingelebt hat, wächst er meistens in grossen Massen, vorausgesetzt die Stelle ist gross genug, dass er sich massenhaft ausbreiten kann.


Naturschutz und Behutsamkeit

Bärlauch

Der Bärlauch steht nicht unter Naturschutz.

In Schleswig-Holstein und Brandenburg steht er jedoch auf der roten Liste gefährdeter Arten, weil er dort nur selten vorkommt. Das hat aber noch kein absolutes Sammelverbot zur Folge. Man sollte die Seltenheit des Bärlauchs in diesen Gegenden jedoch berücksichtigen.

In Naturschutzgebieten steht der Bärlauch selbstverständlich, wie alle anderen Pflanzen, unter strengem Schutz. In diesen Gebieten darf man nicht einmal die Wege verlassen und selbstverständlich auch keinen Bärlauch sammeln.

Überall woanders darf man den Bärlauch für den privaten Eigenbedarf sammeln.

Dabei sollte man jedoch unbedingt beachten, dass man die Natur weder schädigen noch plündern sollte.

Wichtige Sammelregeln
  • Nur in grossen Beständen sammeln
  • Nur ein bis zwei Blätter pro Pflanze ernten.
  • Blätter abschneiden und nicht ausreissen.
  • Pflanzen nicht zertrampeln.
  • Abseits von Wegen sammeln

Grosse Bestände

Bärlauch Wald

Wenn man für die ganze Familie oder für mehrere Bärlauchgerichte sammeln gehen will, sollte man nur in sehr grossen Beständen sammeln.

Denn man sollte bedenken, dass man heutzutage nicht der einzige ist, der im Laufe der Bärlauch-Saison an einer Stelle Bärlauch sammeln geht.

Ich stelle mir als Faustregel immer vor, wie eine Bärlauch-Stelle aussehen würde, wenn hundert Sammler gleichviel ernten würden wie ich.

Wenn es selbst bei diesen imaginären hundert Sammlern kaum zu sehen wäre, dass überhaupt jemand gesammelt hat, dann ist die Sammelstelle gross genug für meine Ernte.

Bei einem kleineren Bärlauch-Bestand sind dann beispielsweise nur zwei Blättchen in Ordnung und wenn der Bärlauch wächst, so weit das Auge reicht, können es auch hunderte von Blättern sein.

Ein bis zwei Blätter

Damit die Pflanzen weiterleben und sich vermehren können, sollte man nur ein bis zwei Blätter je Pflanze ernten. Mit "Pflanze" meine ich hier jetzt nicht die Einzelpflanze, die aus einer kleinen Zwiebel wächst und nur zwei Blätter besitzt, sondern die kleine Pflanzengruppe, die meist wie eine Familie zusammensteht.

Blätter abschneiden oder abzwicken

Die Blätter schneidet man am besten mit einem scharfen Messer oder mit einer kleinen Schere ab.

Sie lassen sich auch recht gut mit den Fingern abzwicken.

Dabei sollte man jedoch unbedingt darauf achten, dass man sie nicht ausreisst, denn sonst hat man plötzlich das ganze Pflänzchen samt Zwiebel in der Hand.

Das Ausreissen der Zwiebeln ist unerwünscht, denn es kann die Bestände schädigen.

Wenn es einem aus Versehen mal passiert, dass man eine der dünnen Zwiebeln aus der Erde zieht, kann man sie wieder in die Erde stecken. Mit etwas Glück wächst sie später wieder an.

Nicht zertrampeln

Bärlauch Feld

Eigentlich sollte man die Bärlauch-Pflanzen beim Sammeln nicht zertrampeln.

In der Praxis wächst der Bärlauch jedoch an guten Stellen viel zu dicht, um Tritte auf die Pflanzen zu vermeiden.

Wenn der Bärlauch so wächst, dass man zwischen den Pflanzen genug Platz für die Füsse hat, dann wächst der Bärlauch zu spärlich. An solch einer Stelle sollte man eigentlich gar nicht sammeln.

An den üppigen Stellen kann man jedoch darauf achten, dass man die Pflanzen möglichst wenig betritt und auch nicht mehrmals auf den Pflanzen rumstampfen.

Dann haben sie eventuell die Chance, sich von unserem Besuch wieder zu erholen.

Abseits von Wegen sammeln

Bärlauch sammeln

Das Sammeln direkt am Wegrand hat den Vorteil, dass man dabei das oben angesprochene Pflanzen-Zertrampeln vermeiden kann.

Ausserdem können sich die Bärlauch-Pflanzen abseits vom Weg dann frei entfalten, ohne durch Sammler gestört zu werden.

Am Wegrand streifen aber zahlreiche Hunde entlang und hinterlassen dort auch ihre Haufen oder Markierungen.

Auch schmale Pfade, die vom Wild als Wildwechsel benutzt werden, sind aus diesen Gründen nicht geeignet, um direkt daneben Bärlauch zu sammeln.

Solche Wildwechsel sind häufig nur als schmale Ausdünnungen des Pflanzenbewuchses zu erkennen, wie auf dem Bild in der linken Hälfte zu sehen.

Der Fuchs, der den gefürchteten Fuchsbandwurm verbreitet, hinterlässt seine Spuren gerne an Wegkreuzungen oder an prominenten Plätzen mit guter Aussicht. An solchen Stellen sollte man also auch keinen Bärlauch pflücken.

Daher ist es sinnvoll, sich ein Stückchen von Wegen, Pfaden und Kreuzungen zu entfernen und dort die Bärlauchblätter zu sammeln.

In Tüte packen

Bärlauch sammeln

Wenn man die Bärlauchblätter gesammelt hat, dann sehen sie in einem Körbchen zwar sehr romantisch aus.

Sie erreichen unser Zuhause jedoch frischer, wenn man sie in eine Plastiktüte legt.

In die Plastiktüte tropft man dann ein paar Tropfen Wasser, wenn die Bärlauchblätter nicht sowieso schon feucht sind.

Dann bläst man die Plastiktüte auf und verschliesst sie gut, sodass sie aufgeblasen bleibt.

Dadurch dass man sie aufbläst, haben die Blätter einen Schutzraum und werden nicht zerdrückt.

Sie trocknen auch nicht aus, weil die Feuchtigkeit nicht aus der Tüte entweicht.

So bleiben die zarten Blätter auf dem Weg nach Hause frisch und saftig.

Im Kühlschrank kann man die Blätter in solch einer aufgeblasenen Tüte durchaus ein paar Tage aufbewahren.

Je frischer man den Bärlauch verwendet, desto besser schmeckt er jedoch.

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